22.05.2019 -2. Treffen der Initiativgruppe

Anke Mamat (Kolleg Querwege): „Wir haben bei den Praktiker*innen angefangen. Das Gute ist: Es gibt viel Zufriedenheit. Gott sei Dank ist der Beruf beliebt. Heute haben wir Vertreter*innen der Ausbildungsstätten eingeladen. Wir brauchen ihre Meinung, ihr Wissen. Wenn alles zusammenfließt mit allen, die an frühkindlicher Bildung beteiligt sind, ist das Antrieb für mehr Qualität in der Kindertagesbetreuung.“

Solveig Negelen von der Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen e.V. ergänzte: „Wir bringen in dieser Konstellation Menschen zusammen, die sonst nicht an einem Tisch sitzen. Wir begleiten den Prozess, bis er zum Selbstläufer wird, dafür sind wir als Böll-Stiftung da.“

Prof. Dr. SusanneJurkowski, Professorin für Inklusive Bildungsprozesse mit dem Schwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung an der Universität Erfurt: „Ein Anliegen, das mich als Dozentin sehr beschäftigt, ist der Theorie-Praxis-Bezug. Oftmals ist die persönliche Überzeugung nicht das, was wissenschaftlich fundiert ist. Wir sind gerade dabei, mehr die Forschungsperspektive einzubringen. Was sagt die Forschung dazu? Wie kann man Forschung umsetzen?“.

Prof. Dr. Michaela Rißmann, Prodekanin für Studium und Lehre an der Fachhochschule Erfurt und Studiengangsleiterin des Bachelorstudiengangs „Pädagogik der Kindheit“: „Wir sind mit der Praxis gut vernetzt, weil unsere Student*innen fünf Praxisphasen durchlaufen. Meine Studierenden fragen, warum es so eine große Kluft zwischen dem, was in der Theorie steht und dem, was in der Praxis umgesetzt wird, gibt.“ Und: „Ich vermisse die Fachdebatte über die Pädagogik der frühen Kindheit in Thüringen. Thüringen hat sich lange darum herumgemogelt, über Qualität zu diskutieren. Es wurde nie evaluiert, wie der Bildungsplan in der Praxis verankert ist“.

Nadine Hübener, Referentin für Bildung bei der GEW Thüringen: „Leider wird in Thüringen nur eine quantitative, keine qualitative, Debatte geführt“. Rahmenbedingungen seien ein ganz wichtiger Punkt. Das hat sich auch auf dem ersten Treffen zur frühkindlichen Bildung gezeigt. Rahmenbedingungen sollten nicht nur von den Gewerkschaften thematisiert werden, sondern auch zum Beispiel von den Fachschulen“.

Christiane Eckert, stellvertretende Leiterin einer Kita in Erfurt: „Ich habe festgestellt, dass man aus der Praxis heraus sehr verwirrende Antworten bekommt, wenn man Hilfe braucht. In Thüringen gibt es keine Bündelung, man weiß nicht, wo genau man sich mit bestimmten Fragen hinwenden soll. Da eine Plattform zu schaffen, wo wir uns alle wiederfinden, das ist meine Vision“. Ein Institut, ein Zentrum, das alles zum Thema bündelt, wäre an dieser Stelle eine große Hilfe .“

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