Stellungsnahme zum Gute-Kita-Gesetz (KiQueTG)

Bündnis für Qualität in der Kindertagesbetreuung

Akteur*innen aus dem frühkindlichen Bildungsbereich (Mitarbeiter*innen aus KiTas, Querwege e.V., Fachhochschule Erfurt u. Universität Erfurt, GEW, Parität, AWO, etc.) wollen ein Bündnis für Qualität in der Kindertagesbetreuung auf den Weg bringen.

Die Bündnis-Initiative hat sich zusammengetan, um das Thema „Qualität in KiTa“ mit allen Beteiligten zu diskutieren. Bereits im März dieses Jahres hat sich die Initiative gegründet. Am 30.10. soll es nun in Erfurt ein von der Heinrich-Böll-Stiftung veranstaltetes öffentliches Fachforum geben. Das Thema:

„Auf die ersten Jahre kommt es an! Was bedeutet Qualität und wie kann sie entwickelt werden?“

Im Zentrum der Veranstaltung steht die Leitfrage „Was macht Qualität in Kindertagesstätten aus?“. Durch den Austausch zwischen Vertreterinnen aus Verwaltung, mit pädagogischen Fachkräften, Bildungsträgern, Fachberatung, Verwaltung und Politiker*innen, sollen unterschiedliche Perspektiven auf die Qualität frühkindlicher Bildung aufgezeigt werden. Ebenso steht die Vernetzung aller Akteur*innen im Vordergrund. Abschließendes Ziel ist die Gründung eines Thüringer Bündnisses für Qualität in der Kindertagesbetreuung.

Über die Veranstaltung hinaus ist eine Fachdebattenreihe für ein gemeinsames Verständnis des Qualitätsbegriffs geplant.

Am 1. Januar 2019 ist das so genannte Gute-KiTa-Gesetz in Kraft getreten: KiQuTG

(Gesetz zur Weiterentwicklung der Qualität und zur Teilhabe in der Kindertagesbetreuung)Der Bund unterstützt damit die frühkindliche Bildung in den Ländern über einen Zeitraum von fünf Jahren mit insgesamt 5,5 Milliarden Euro. Auf Thüringen entfallen dabei 142 Millionen Euro. Geplant ist ein weiteres beitragsfreies Kita-Jahr.

Erzieher*innen, Kita-Mitarbeiter*innen, Wissenschaftler*innen und viele andere Menschen aus Thüringen sehen ihre Erwartungen an das Gesetz enttäuscht:

„Wir begrüßen und unterstützen die Initiative des Bundes und Ministerin Giffey zur Weiterentwicklung von Qualität und zur Bereitstellung von Finanzen für die Weiterentwicklung der Qualität in Kitas und in der Kindertagespflege, wenn auch die Befristung der Zuschüsse sehr kritisch gesehen wird. Die Ankündigung des Gesetzes löste bei Pädagog*innen in den Kitas in ganz Deutschland Euphorie aus. In Thüringen mündet dies jedoch in Enttäuschung. Viele pädagogische Fachkräfte resignieren, da ihre Arbeitsbedingungen wenig verbessert werden. Der dramatische Personalmangel, die nicht vorhandenen Ressourcen zur konzeptionellen Weiterentwicklung in den Kitas, der Aufbau von Vernetzungsstrukturen und der Transfer von Wissenschaft in die Praxis werden nicht angegangen. Dabei hilft kein weiteres gebührenfreies Jahr. Haben die Verantwortlichen im Vorfeld der Verhandlungen ihr Ohr ausreichend an der Praxis, an der Basis, gehabt? Wir als Bündnisinitiative hätten es begrüßt, wenn das Land Thüringen bspw. wie in Baden Württemberg ein ‚Forum Frühkindlicher Bildung‘ mit dem Ziel der Weiterentwicklung der pädagogischen Arbeit in den Kitas etabliert.“

Hintergrund:

Ministerpräsident Bodo Ramelow hat am Wochenende in Gera bereits ein weiteres beitragsfreies Kita-Jahr angekündigt.

Am 3.9. wird im Bildungsausschuss über eine Änderung des Thüringer Kita-Gesetzes beraten, damit das Geld aus Berlin überhaupt in ein weiteres beitragsfreies Kita-Jahr investiert werden darf. In der nächsten Landtagssitzung wird dann darüber abgestimmt.

Bereits am 4. September wird der Vertrag zur Umsetzung des Gute-KiTa-Gesetzes in der Thüringer Staatskanzlei von Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey, Ministerpräsident Bodo Ramelow und Bildungsminister Helmut Holter unterzeichnet.

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